Übersicht über ausgewählte Veranstaltungen des Jahres 2012:

 

Dezember
Bericht zur Lesung "Kinder der Bergschlucht"
November
Gastwissenschaftler Prof. Brian DeMare
Oktober
Vorlesungsreihe IKGF Winter 2012-13
Kinder der Bergschlucht - Lesung
Prof. Dr. Marc Matten über die Verleihung des Literaturnobelpreises an Mo Yan
September
Bericht zum Literatursymposium "Der Rand schreibt zurück"
Juni
Literatursymposium 2012: "Der Rand schreibt zurück"
Mai
Vortrag: Fate, Poetry and Divination - On the Late Œuvre of Rainer Maria Rilke
Vortrag von Prof. Dr. Lackner: "Templates for Philosophical Ideas. Diagrams in Song/Yuan Exegesis of the Classics"
Vortragsreihe des Asien - Pazifik - Kolloquium im Sommersemester 2012
April
Vortrag: Power of Mahjong: Individual Rights, Collective Welfare, and City Image in Post-Mao China
Januar
Workshop: Fate, Freedom, and Prognostication in Indian Traditions

 


 

Bericht zur Lesung: "Kinder der Bergschlucht"


von Julia Sterzel (Text) und Marcus Reinhard (Fotos)

Lesung: "Kinder der Bergschlucht"Am 29. November 2012 fand im gut besuchten Filmkunsttheater Casablanca ein Abend mit chinesischer Literatur und Musik statt. AbsolventInnen und Studierende des Lehrstuhls für Sinologie lasen eigene Übersetzungen von chinesischen Gegenwartsessays. Umrahmt wurden die Texte von Musikstücken, die die Erlanger Musikerin Astrid Wißmath auf der Shakuhachi spielte.

Die Lesung begann mit der Begrüßung durch Frau Prof. Dr. Monika Gänßbauer. Sie wies darauf hin, dass die gelesenen Texte aus dem Buch, das ebenfalls den Titel "Kinder der Bergschlucht" trägt, stammen. Diese Publikation ist 2012 im projekt verlag erschienen und enthält 25 chinesische Gegenwartsessays, die zur Hälfte von AbsolventInnen und Studierenden der Erlanger Sinologie, zur anderen Hälfte von Monika Gänßbauer ins Deutsche übersetzt wurden. Der Titel des Buches stammt von dem chinesischen Lesung: "Kinder der Bergschlucht"Autor Liu Zaifu, der Monika Gänßbauer ein Grußwort zu diesem Abend schickte. Er drückt seine Freude darüber aus, dass eine derartige Lesung veranstaltet wird und dankt den Vortragenden dafür, dass sie Freunde der chinesischen Literatur sind. Anschließend berichtete Monika Gänßbauer kurz über die Shakuhachi, das Instrument mit dem Astrid Wißmath die Lesung musikalisch umrahmte. Es stammt der Überlieferung nach aus dem 7. Jahrhundert und wurde zunächst in China hergestellt. Später gelangte es mit dem Zen- bzw. Chan-Buddhismus nach Japan, wo sich eine enge Beziehung zwischen der Shakuhachi und dem Zen entwickelte.

Die Vorträge gestalteten sich derart, dass zunächst Yuezhu Meng den Anfang des chinesischen Originals las, darauf folgten die Übersetzer mit ihren Texten. Zwischen den Essays wurde jeweils ein Musikstück gespielt.

Den Anfang machte Julia Sterzel mit dem Essay "Kleines Großbritannien" des chinesischen Autor, Bloggers und Rennfahrers Han Han. Der Text beschäftigt sich mit chinesischer Literatur und dem Wunsch vieler chinesischer Autoren den Literaturnobelpreis zu bekommen. Auch wenn dieses Jahr mit Mo Yan ein chinesischer Autor den Nobelpreis bekam, hat dieser Essay, der vor ein paar Jahren verfasst wurde, nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Lesung: "Kinder der Bergschlucht"Es folgte Selma Schrettenbrunner mit einem weiteren Text von Han Han. "Eine 'kulturelle Großmacht'" ist eine Ansprache, die Han Han im Mai 2010 an der Xiamen Universität hielt. Darin setzt er sich mit dem Problem der Zensur auseinander, das seiner Meinung nach China daran hindert, eine "kulturelle Großmacht" zu werden.

Anschließend las Florian Wagner den Essay "Das rote Meer am Westsee" der Autorin Zhang Kangkang. Der Text setzt sich - angelehnt an die Biographie der Autorin - mit Ereignissen aus der Kulturrevolution auseinander und beleuchtet diese kritisch.

Den Abschluss bildete Christopher Starke mit dem Essay "Wer ist am meisten zu bemitleiden?" von Liu Zaifu. Die bemitleidenswerteste Person ist nach ihm Konfuzius, der wie ein "Teig geknetet" wird, indem man ihn willkürlich definiert und so für die verschiedensten Zwecke nutzt.

Wir möchten Herrn Matthias Damm, dem Geschäftsführer des Nürnberger Filmkunsttheaters Casablanca unseren Dank dafür ausprechen, dass er uns seine schönen Räumlichkeiten für diesen gelungenen Abend zur Verfügung gestellt hat.

 

Lesung: "Kinder der Bergschlucht" Lesung: "Kinder der Bergschlucht"
Lesung: "Kinder der Bergschlucht" Lesung: "Kinder der Bergschlucht"
Lesung: "Kinder der Bergschlucht" Lesung: "Kinder der Bergschlucht"
Lesung: "Kinder der Bergschlucht" Lesung: "Kinder der Bergschlucht"
Lesung: "Kinder der Bergschlucht" Lesung: "Kinder der Bergschlucht"

 


 

 

Gastwissenschaftler Prof. Brian DeMare

FAU Visiting Professorship Programm

Gastwissenschaftler Prof. Brian DeMareProf. Brian DeMare, ein ausgewiesener Experte für politische Kultur im maoistischen China, ist im Rahmen des FAU Visiting Professorship Programme im Dezember 2012 Gast am Lehrstuhl für Sinologie.

Er wird während seines Aufenthalts einen Vortrag halten und zwei Reading Seminars veranstalten.

Hierzu ergeht herzliche Einladung.

Der Vortrag: "Towards a Theory of Revolutionary Drama: Investigating Mao's Cultural Army" findet am Mittwoch, den 12.12.2012 von 18-20 Uhr im Raum 00.111 des Lehrstuhls für Sinologie, Artilleriestr. 70, Erlangen statt.

Das Reading Seminar: "Chinese Intellectuals and the Land Reform, 1946-1952" am Freitag, den 14.12.2012 von 9-11 Uhr im Raum 01.116 und das Reading Seminar: "Class Struggle in the Chinese Revolution" am Donnerstag, den 20.12.2012 von 10-12 Uhr ebenfalls im Raum 01.116 des Lehrstuhls für Sinologie.

Zum Bericht von Prof. DeMare

 


 
Vorlesungsreihe des IKGF im Wintersemester - Lecture Series WS 2012-13

Vorlesungsreihe des IKGF WS 2012/13Wie auch in den vergangenen Semestern lädt im Winter Semester 2012/13 das Internationale Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung "Schicksal, Freiheit und Prognose. Beältigungsstrategien in Ostasien und Europa" dienstagabends zu einer Vorlesungsreihe ein, in der die Forschenden des Kollegs und eingeladene Gästeüber ihre Forschungsarbeit im Rahmen der Kollegsthematik sprechen.

Die Vorträge finden Dienstags von 18:00 c.t. bis 20:00 Uhr statt.

Veranstaltungsort ist das Kollegienhaus, Raum KH 2.012, Universitätsstraße 15, 91054 Erlangen.

 

 


 

Essaylesung: "Kinder der Bergschlucht" - 29. November 2012

Ein Abend mit chinesischer Literatur und Musik im Filmkunsttheater Casablanca

Essaylesung "Kinder der Bergschlucht"Essays erscheinen in China in hohen Auflagen. Diese literarische Kleinform kommt dem heutigen Lebensgefühl ganz offensichtlich entgegen – und das nicht nur in China.
Bislang sind jedoch nur wenige chinesische Gegenwartsessays in deutscher Übertragung zugänglich. Im Jahr 2012 ist eine Sammlung von Essays chinesischer Gegenwartsautorinnen und -autoren als Buch erschienen: Die "Kinder der Bergschlucht" sind ein Produkt des Lehrstuhls für Sinologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Hälfte der 25 Essays sind von AbsolventInnen und Studierenden der Erlanger Sinologie ins Deutsche übersetzt worden, die andere Hälfte von Monika Gänßbauer, Dozentin an der Sinologie der FAU.

Am Donnerstag, den 29.11.2012 um 19.00 Uhr, gibt es die Möglichkeit, einen Teil dieser neuen Texte in Chinesisch und Deutsch zu hören.

AbsolventInnen und Studierende der Erlanger Sinologie lesen im Filmkunsttheater Casablanca Nürnberg aus ihren eigenen Übersetzungen.
Zu hören sind Texte von Liu Zaifu, Zhang Kangkang, Wang Anyi und Han Han.
Umrahmt werden die Lesungen von Musikstücken eines asiatischen Solo-Instruments.

Ort: Filmkunsttheater Casablanca, Brosamerstr. 12, Nürnberg
Zeit: 29.11.2012, Beginn: 19.00 Uhr

Karten (6 Euro regulär, 4 Euro ermäßigt für Studierende) können reserviert werden unter www.casablanca-nuernberg.de, per Mail an reservierung@casablanca-nuernberg.de oder telefonisch unter 0911-454824.
Karten sind auch erhältlich im Sekretariat des Lehrstuhls für Sinologie an der Universität Erlangen, Artilleriestraße 70, Erlangen, und an der Abendkasse des Casablanca Kinos.

 


 

Prof. Dr. Matten über die Verleihung des Literaturnobelpreises an Mo Yan

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den chinesischen Autor Mo Yan.

Zu diesem Anlass findet sich auf der Homepage der FAU ein aktueller Meinungsbeitrag von Professor Dr. Marc Andre Matten mit dem Titel "Verbindung von Neorealismus mit den Erzähltraditionen des ländlichen Chinas".

 

 


 

Bericht zum Symposium "Der Rand schreibt zurück - Kleine Literatur(en) in China und Japan"


von Rui Kunze (Text) und Julia Sterzel (Fotos)


Ina Hein, Monika Gänßbauer und Stefan KöhnGefördert durch drei Stiftungen der Universität Erlangen-Nürnberg (die Fritz und Maria Hoffmann-Stiftung, die Dr. Alfred Vinzl-Stiftung und die Dr. German Schweiger-Stiftung) und organisiert von Monika Gänßbauer (Sinologie) und Stephan Köhn (Japanologie) konnte am 13. und 14. Juli 2012 in Erlangen ein universitäres Symposium zum Thema "Der Rand schreibt zurück. Kleine Literatur(en) in China und Japan" stattfinden.

Ziel des Symposiums war es, konkrete Blicke auf die gesellschaftlichen Befindlichkeiten des modernen China und Japan im Zeitalter der Globalisierung zu werfen, insbesondere in Bezug auf die Literaturen, die sich mit der Dialektik kultureller, politischer, sozialer Zentren und deren Ränder befassen. Das Zentrum, das oft die Utopie einer nationalen und kulturellen Homogenität repräsentiert, gestaltet sich durch Mechanismen der Abgrenzung und Marginalisierung. Dadurch tragen seine Ränder dazu bei, das Zentrum zu definieren und es substantiell erfahrbar zu machen. Die Produktion der Literatur der Minderheiten, von Kafka als "kleine Literatur" bezeichnet, gehört zu diesem Prozess der Abgrenzung und Marginalisierung. Die "kleine Literatur", die sich am Rand befindet, steht dabei vor dem Dilemma, sich der dominierenden, großen Sprache bedienen zu müssen, da die eigene Deterritorialisierung eine andere Form des Ausdrucks nicht mehr zulässt: Das vermeintliche Eigene ist durch Akkulturation inzwischen zum Fremden geworden. Auf der anderen Seite fordert die ,,kleine Literatur“ das hegemoniale Zentrum heraus. In anderen Worten, der Rand kann zurückschreiben. Im Falle Chinas und Japans ist dieser Prozess besonders spannend, da es sich um zwei moderne Staaten mit einem gebrochenen Selbstverständnis handelt.

In ihren Vorträgen untersuchten die Teilnehmenden in den chinesischen und japanischen Literaturen u.a. wie die Ränder sich in einer Zeit transnationaler und transkultureller Verflüssigung selbst definieren und abgrenzen und welche Strategien die Ränder verfolgen, um das literarische "Kleinsein" zu praktizieren und als subversive Mittel einzusetzen.

Michael LacknerIn seiner Begrüßungsrede betonte Michael Lackner, der Inhaber des Lehrstuhls für Sinologie an der Universität Erlangen, dass auf manchen Weltkarten mittlerweile China und Japan im Zentrum und Europa am Rand verzeichnet seien. Im Zusammenhang mit dieser Bemerkung konnte das Thema dieses Symposiums als eine Problematik der "inneren Ränder" Chinas und Japans bezeichnet werden.

Die Kulturwissenschaftlerin und Amerikanistin Heike Paul hielt den Einführungsvortrag zum Symposium. Sie interpretierte das ,,Klein“ im Titel des Symposiums im Hinblick auf Widerstand und Kanon-Revision und bezog sich in ihrer Interpretation des Begriffs Fremdheit auf den Philosophen Bernhard Waldenfels, der Fremdheit in drei Dimensionen definiert: interkulturell, interpersonell und intrapersonell. In der Zeit der Globalisierung könne Fremdheit jedoch durch ideologische Domestizierung als Exotik verkauft werden.

Chen Shunfu befasste sich mit der Fremdheit der Sprache in den Liedern der Christin Xiao Ming, die in den Basisgemeinden Chinas äußerst beliebt seien, von der etablierten protestantischen Kirche Chinas allerdings nicht anerkannt würden. Hier wurde deutlich, dass der christliche Wortschatz mit dem Alltags-Vokabular des Chinesischen oftmals noch immer nicht kompatibel ist. U.a. deshalb wird das Christentum bis heute als Fremdreligion in China wahrgenommen.

Jong-Pil Cho sah das "Kleinsein" im autobiographischen Roman Michi ariki der japanischen Bestsellerautorin Miura Ayako im Minderheitenstatus der Autorin/Protagonistin als Christin liegen. Der Roman, der den Weg der Protagonistin von der religiösen Mehrheitsreligion des Shintoismus bis hin zum Christentum darstellt, erreichte eine große Rezipientengruppe. Hier stellte sich in der Diskussion die Frage nach der Definition des Randes. So formulierte einer der Teilnehmenden die Frage: Kann man das Schreiben einer Bestsellerautorin als Schreiben vom Rand bezeichnen? Damit erweiterte sich die Problematik des "Kleinseins" um die Berücksichtigung des Aspektes der Rezeption.

Tazuko Takebayashi ging in ihrem Vortrag von der "Dreifachkatastrophe" in Fukushima im Jahr 2011 aus. Das Desaster sei, von der japanischen Binnenperspektive ausgehend, als "nationale Angelegenheit" bezeichnet worden. Es war jedoch die Sicht der "Anderen", die der Nicht-Japaner, für die Takebayashi sich interessierte. In einer eindrücklichen Textarbeit stellte sie den koreanischen Dichter No Jin-Yong vor.

Jong-Pil ChoTienchi Martin-Liao, die Vorsitzende des Unabhängigen Chinesischen PEN, stellte den chinesischen Autor Liao Yiwu sowie dessen Werke vor. Liao wird seit 1989 in Festlandchina sowohl literarisch als auch gesellschaftlich marginalisiert. Er engagiert sich politisch durch seine Bücher, die auf Interviews mit Individuen verschiedener (z. B. wirtschaftlich, religiös, politisch, etc.) marginalisierter Gruppen beruhen. Martin-Liao kritisierte Entwicklungen in der deutschsprachigen Sinologie, die den Autor durch weitgehende Nicht-Beachtung marginalisiert hätten. Liao war jedoch 2011 Gast des Erlanger Poetenfestes, das von dem Erlanger Sinologen Thomas Fröhlich moderiert wurde.

Die Wiener Japanologin Ina Hein untersuchte in ihrem Beitrag die Herausforderung des Kanons vom Rand her. Sie zeigte auf, wie AutorInnen aus Okinawa heute gegen Werke des kolonialen Kanons "zurück schreiben". Hein brachte sehr anschaulich Texte des Autors Medoruma Shun in Verbindung mit Grundaussagen postkolonialer Studien.

Mit Hayashi Kyokos Werken als Paradigma der modernen japanischen Atombombenliteratur setzte sich der Japanologe Stephan Köln in seinem Vortrag auseinander. Er siedelte ihre Werke im Bereich von Vergangenheitsbewältigung an und zeigte auf, dass Kyokos Werke gegen Stigma und Vergessen schreiben, unter denen die Atombombenopfer in Japan als Folge des Nachkriegsnationalismus und des Wirtschaftsbooms gelitten hatten.

Monika Gänßbauers Vortrag über den Essayisten Liu Zaifu zeigte wieder die Bedeutsamkeit des Jahrs 1989 für chinesische Literatur auf. Liu war im Sommer 1989 auf abenteuerlichen Wegen aus China geflohen. Gänßbauer interpretierte (mit H.R. Schlette) den Marginalismus als Humanismus. Die Weigerung, sich vom Zentrum fortschreiben zu lassen, ermögliche einen Blick von außen. Dies zeige sich am selbstkritischen und reflektierten Schreiben Liu Zaifus paradigmatisch.

Kira Ackermann stellte die japanische Transfrau Mitsuhashi Junko und ihr (sein) Schreiben vor. Mit ihrem permanenten Überschreiten der bestehenden Gender-Ordnung verstoße Junko gegen gesellschaftliche Tabus und dabei trete für die Diversität moderner Lebensentwürfe und die Pluralität postmoderner Identitäten ein. Ihre Nutzung verschiedener Internetressourcen (beispielsweise Foren, Blogs, Twitter/Facebook) stelle die traditionellen Ideen des Schreibens und der Veröffentlichung infrage, biete jedoch eine interaktive und aktuelle Art der Kommunikation für soziale Randgruppen.

"Der Rand schreibt zurück - Kleine Literatur(en) in China und Japan"Peter Bernardis Beitrag befasste sich mit dem Autor Silvio Sam, einem brasilianischen Einwander in Japan. Sam schreibe auf Japanisch und Portugiesisch – je nach Ziel und Subjekt seines Schreibens. Dabei verflüssigten sich die Identitäten von Sam und seinem Schreiben in einem transnationalen und transkulturellen Zeitalter. Bernardi zeigte auf, welche Bilder Sam als Immigrant von der japanischen Gesellschaft entwickelt.

Jessica Imbach verortete das "Kleinsein" in der literarischen Figur des Müßiggängers im Roman White Night von Jia Pingwa. Der Müßiggänger sei ein Migrant, der vom Land in die Stadt gezogen ist. Er begegne der Stadt Xi’an und deren unterschiedlichen traditionellen Kulturpraktiken aus einer Randperspektive, die die Vergangenheit, das Ländliche oder Traditionelle nicht idealisiere, sondern als Artikulationsmöglichkeiten der Erfahrung der chinesischen Moderne problematisiere.

Rui Kunze stellte eine weitere Art der Vergangenheitsbewältigung in den Gedichten des chinesischen Dichters Haizi vor. Haizi, der in den 1980er Jahren gegen das dominierende literarische Kriterium "Realismus" schreibe, würde mittlerweile kanonisiert, da Kulturnationalismus nach dem Jahr 1989 zur Staatsideologie geworden sei. Anhand von Gedichtanalysen zeigte Kunze, dass Haizi die chinesische Bauerngemeinschaft als Tradition idealisierte und dadurch den literarischen Ausdruck des Kulturnationalismus schuf. Hier stellte sich die Frage, ob nicht sowohl der Rand als auch das Zentrum ständig neu definiert werden müsste.

Die Schlussrunde brachte ein Resümee zum Thema des Symposiums, der Zuschreibung der Ränder und der Bedeutungen des "Kleinseins" in chinesischen und japanischen Literaturen. Die einzelnen Beiträge des Symposiums interpretierten das Thema im Hinblick auf gesellschaftliche und sprachliche Marginalisierungen (z.B. im Sinne von Fremdheit und Stigmatisierung), auf Vergangenheitsbewältigung, auf die Verflüssigung der Identitäten, auf das literarische Genre Autobiografie sowie auf den Literaturbetrieb, auf Kanonisierung und Akademisierung. Die offenen Fragen der Diskussion werden die Teilnehmenden sicherlich dazu ermutigen, am Thema der "kleinen Literatur(en)" in China und Japan weiterzuarbeiten.

 

 

 


 

Der Rand schreibt zurück - Kleine Literatur(en) in China und Japan

Ein Literatursymposium der Lehrstühle für Sinologie und Japanologie

 

Der Rand schreibt zurück - Kleine Literatur(en) in China und JapanSehr geehrte Damen und Herren,

am 13. und 14. Juli findet ein gemeinsames Symposium der Lehrstühle Sinologie und Japanologie der Universität Erlangen statt. Das Thema lautet: "Der Rand schreibt zurück. Kleine Literatur(en) in China und Japan."


Veranstaltungsort: Katholischer Kirchenplatz 8, 91054 Erlangen

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!

Mit herzlichen Grüßen,
Ihr Lehrstuhl für Sinologie. 

 


 

Fate, Poetry and Divination - On the Late Œuvre of Rainer Maria Rilke


Fate, Poetry and Divination - On the Late Œuvre of Rainer Maria RilkeSehr geehrte Damen und Herren,

auch in diesem Jahr bietet das Internationales Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung wieder zahlreiche Vorträge an.

Der nächste Vortrag läuft unter dem Titel Fate, Poetry and Divination - On the Late Œuvre of Rainer Maria Rilke.

 

Zeit: Dienstag, 05. Juni 2012, 18:15-19:45 Uhr

Ort: Kollegienhaus, KH 2.012 (Universitätsstraße 15, 91054 Erlangen)

 

 

 

 


 

Vortrag: "Templates for Philosophical Ideas. Diagrams in Song/Yuan Exegesis of the Classics"

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 22. Mai hält Prof. Dr. Michael Lackner, der Direktor des IKGF
Erlangen, einen Vortrag zum Thema:

"Templates for Philosophical Ideas. Diagrams in Song/Yuan Exegesis of the
Classics".

Ort: Kollegienhaus, Raum 2.012
Zeit: 18.15 Uhr-19.45 Uhr

 


 

Vortragsreihe des Asien - Pazifik - Kolloquiums im Sommersemester 2012


Vortragsreihe des Asien - Pazifik - Kolloquium im Sommersemester 2012Das Asien-Pazifik-Kolloquium des Zentralinstituts für Regionenforschung der Universität Erlangen veranstaltet im Sommersemester 2011 eine Reihe mit Gastvorträgen.

Zeit: Mittwoch, 18.00 Uhr c.t.
Ort: Hörsaal 5.013, V. Stock, Kochstr. 4, Erlangen

 


"China und Südostasien - Geschichte, Politik und Philosophie in aktueller Forschung"


09.05.2012:  Dr. Fabian Heubel, Associate Research Fellow, Institute of Chinese Literature and Philosophy, Academia Sinica, Taipei, Taiwan
Motiv des Krisenbewusstseins in Liang Shumings Konzeption von östlichen und westlichen Philosophien


13.06.2012: Prof. Dr. Iwo Amelung, Sinologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Wohin mit der Tradition? Wissensklassifikation und kulturelle Identität im China des späten Kaiserreiches und der frühen Republikzeit


04.07.2012: JProf. Dr. Danie Leese, Geschichte und Politik des modernen China, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Der Kult des Großen Steuermanns — Formen und Funktionen des Mao-Kults in der Kulturrevolution


11.07.2012: Prof. Dr. Andreas Ufen, Politische Wissenschaft, FAU
Politische Parteien in Südostasien: Klientelismus und Konfliktlinien 

 

 

 


 

Vortrag: Power of Mahjong: Individual Rights, Collective Welfare, and City Image in Post-Mao China


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Lehrstuhl für Sinologie lädt ein zum Vortrag: Power of Mahjong: Individual Rights, Collective Welfare, and City Image in Post-Mao China

Inhalt:

Through examining the issues emerged from mahjong at the turn of the 21st century, this study explores changes in daily life and popular culture at the turn of the century and argues that these changes reflect political, economic, social, and cultural transformation, in which conflicts between individual rights and the collective welfare have become increasingly prominent. From the specific issue of mahjong, we can see how the market economy in today’s China co-existed with a more traditional lifestyle. Modernization transformed social life but not to the extent as generally thought, reflecting cultural continuity. I also analyze the extent to which daily life has moved away from communist control and “socialist morality” as a result of this economic and social development. Furthermore, this study discusses how people and the government responded to the establishment of new standards of a so-called “healthy lifestyle” and improving the city’s image.

Vortragender: Professor Wang Di, Department of History, Texas A&M University
Zeit: 10.5.2012, 18-20h
Ort: Lehrstuhl für Sinologie, Artilleriestraße 70, Raum 00.112
Vortragssprache: Englisch

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, am Vortrag teilzunehmen.

 


 

Workshop: Fate, Freedom, and Prognostication in Indian Traditions


February 1–2, 2012

Dear ladies and gentlemen,

The International Consortium for Research in the Humanities at the Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg is delighted to announce an international workshop taking place at our consortium:

Fate, Freedom, and Prognostication in Indian Traditions

Convenor: Dr. Sven Sellmer


Workshop: Fate, Freedom, and Prognostication in Indian TraditionsQuestions related to fate, destiny, divine intervention and similar concepts, as opposed to the power of human agency, are an important element in many areas of Indian culture. Contrary to the popular misconception, India has never been a country of pure fatalism, but rather the gamut of different theories that explain – and practices that modify – the interplay between fate and human initiative is extremely rich there. This workshop brings together material from different traditions and historical epochs that may serve as a starting point both for creating a larger picture and making connections with non-Indian conceptions.

Programme

Wednesday, February 1, 2012
9:00 a.m.     Opening
9:10 a.m.     Dr. Philipp Maas (Univ. Wien): A Hierarchy of Conflicting Causes for Destiny – The Jantūpakhyāna of the Mahābhārata in its Contexts
10:00 a.m.     PD Dr. Oliver Hellwig (Univ. Heidelberg): Howling Jackals and Twitching Eyes – Searching for Descriptions of Omina using Computational Methods, with a Special Focus on Domain-Specific Sanskrit Vocabulary
10:50 a.m.     Coffee Break
11:00 a.m.     Dr. Sven Sellmer (Univ. Poznań): Aspects of Fate and Freedom in the Mahābhārata
11:50 a.m.     Dr. Marcus Schmuücker (ÖAW Wien): Fate, Freedom, and Prognostication according to the Later Theistic Tradition of Vedānta
12:40 p.m.     Lunch Break
2:40 p.m.     PD Dr. Ingo Strauch (FU Berlin): Becoming a Buddha: The Role of Fate and Prediction in the Career of a Mahāyāna Bodhisattva
3:30 p.m.     Dr. Olga Serbaeva (Univ. Zuürich): Questioning the Gods: The Practices of Provoked Oracular Possession in the Vidyāpīṭha Tantras
workshop-indian-traditions-grafik4:20 p.m.     Coffee Break
4:30 p.m.     Dr. Martin Gansten (Univ. Lund): The Indian Reception of Medieval Perso-Arabic Astrology (tājikaśāstra)
5:20 p.m.     Anand Mishra, M.A. (Univ. Heidelberg): ‘Fate or Freedom’ vs. ‘Fate and Freedom’ – Inside Views of Two Indian Traditions

Thursday, February 2, 2012
10:00 a.m.     Closing Discussion
12:00 a.m.     End
 
Location
IKGF Seminar Room
Ulrich-Schalk-Straße 3a – 91056 Erlangen 

 

 

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