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Richtlinien zur formalen Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten im Fach Sinologie

1. Aufbau                                                                                                                     Wissenschaftliches Schreiben - Eine erlernbare Kunst

2. Zitate

3. Funktion von Fußnoten

4. Zum Umgang mit dem Chinesischen

 

In die Bewertung schriftlicher Arbeiten fließt nicht nur die inhaltliche Ausgestaltung des Themas ein, sondern auch deren formale Gestaltung. Daher werden im folgenden formale Regeln für die Erstellung einer schriftlichen Arbeit im Fach Sinologie vorgestellt und anhand von Beispielen veranschaulicht.

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"Wie schreibe ich einen Essay?" von Marc Matten als PDF...

"Rezensionstheorie" von Michael Schimmelpfennig als PDF...

 

1. Aufbau

Eine schriftliche Arbeit setzt sich aus vier (evtl. fünf) formalen Elementen in dieser Reihenfolge zusammen:

1. Titelblatt

2. Inhaltsverzeichnis

3. Inhaltlicher Teil

(4. Anhang)

5. Literaturverzeichnis.

 

1.1 Titelblatt

Auf dem Titelblatt sind folgende Angaben zu machen: Name der Universität Institut Art und Name der Lehrveranstaltung Dozent Titel der Arbeit Semester, in dem die Lehrveranstaltung stattgefunden hat eigener Name und Kontaktinformationen (Adresse, Telephon, email) ggf. Abgabetermin.

Bitte beachten Sie:

Aus rechtlichen Gründen darf das Logo der FAU Erlangen-Nürnberg NICHT auf dem Titelblatt (oder an anderen Stellen in der Arbeit) verwendet werden.

 

1.2 Inhaltsverzeichnis

Im Inhaltsverzeichnis werden die Kapitel und Unterkapitel, in welche die Arbeit unterteilt ist, mit der Angabe, auf welcher Seite sie zu finden sind, aufgeführt. Ebenso sind Angaben dazu zu machen, wo sich das Literaturverzeichnis findet.

 

1.3 Inhaltlicher Teil

In diesem Teil der Hausarbeit soll die Fragestellung wissenschaftlich bearbeitet werden. Für ein Proseminar sollte diese Bearbeitung einen Umfang von 10 bis 12 Seiten, für ein Hauptseminar von 20 bis 25 Seiten Fließtext haben. Das Schriftbild muß einheitlich sein (stets derselbe Zeichensatz, dieselben An- und Abführungszeichen, etc.) und ist folgendermaßen zu gestalten: Schriftgröße 12 pt.; Zeilenabstand 1 1/2 zeilig; Ebenso muß ein Korrekturrand vorhanden sein.

 

1.4 Anhang

Anhänge sind immer dann sinnvoll, wenn man Materialien (Quellenauszüge, Graphiken, Karten, Tabellen, etc.) anführen möchte, ohne sie in den Fließtext integrieren zu können oder wollen. Allerdings gilt es zu beachten, daß solche Materialien nur in die Arbeit aufgenommen werden sollten, wenn sie zur Veranschaulichung der Thematik beitragen. Ebenso muß die Frage berücksichtigt werden, ob solche Materialien für sich selbst sprechen können oder weiterer Erklärungen bedürfen. Graphiken, Karten, Tabellen, etc. müssen – wie sämtliche verwendeten Materialien – mit einer Quellenangabe versehen werden.

 

1.5 Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis wird sämtliche verwendete Literatur in alphabetischer Reihenfolge (als Ordnungswort gilt hier der Nachname des jeweiligen Autors; hat ein Werk mehrere Autoren, so wird der Nachname des erstgenannten Autors als Ordnungswort verwendet) aufgeführt. Autor kann auch eine Körperschaft (z.B. Kommission, Regierung) sein. Unter einem sachlichen Ordnungswort stehen immer periodisch erscheinende Werke, Serien- und Fortsetzungswerke mit wechselnden Verfassern und Herausgebern, Inschriften- und Aktensammlungen, Enzyklopädien, Nachschlagewerke und Wörterbücher (siehe dazu unten das Beispiel Geschichtliche Grundbegriffe). Grundlage der Titelaufnahme bildet bei Büchern das Titelblatt (nicht der Umschlag oder Vorsatztitel) und dessen Rückseite mit dem Kolophon (= Erscheinungsangaben). Bei der Aufnahme von Buch- oder Aufsatztiteln ist (besonders beim Englischen) auf die verwendete Groß- und Kleinschreibung zu achten. Fehlen die Angaben zu Erscheinungsort bzw. -jahr, so wird vermerkt: o.O. (= ohne Ort), o.J. (= ohne Jahr); fehlen weitere Erscheinungsangaben, so wird vemerkt: o.A. (= ohne Angabe). Die verschiedenen Texttypen, die verwendet werden können, werden folgendermaßen bibliographiert:

 

Monographien:

Name, Vorname des Autors/ Herausgebers (Erscheinungsjahr): Titel und ggf. Untertitel der Monographie. Ggf. Name des Übersetzers. Ggf. Bandnummer (bei mehreren Bänden). Verlagsort(e): Verlag (ggf. Auflage). (Ggf. Titel der Reihe/ Serie; Nummer innerhalb der Reihe/ Serie). Bei sachlichem Ordnungswort wird genauso verfahren.  

Aufsätze aus Sammelbänden:

Name, Vorname des Autors (Erscheinungsjahr): Titel des Aufsatzes. In: Name, Vorname des Herausgebers (Hg.): Titel des Sammelbandes. Verlagsort: Verlag (ggf. Auflage), Seiten, auf denen der Aufsatz zu finden ist.  

Aufsätze aus Zeitschriften und Zeitungen:

Name, Vorname des Autors (Erscheinungsjahr): Titel des Aufsatzes. In: Name der Zeitschrift, Nummer (Jahr), Seiten, auf denen der Aufsatz zu finden ist.

Texte aus dem Internet:

Name, Vorname des Autors (Erscheinungsjahr): Titel des Aufsatzes. Aus dem Internet: vollständige Internetadresse (abgerufen am: Datum des Zugriffs), ggf. Seitenzahlen (so vorhanden). oder: Name, Vorname des Autors (Erscheinungsjahr): Titel des Aufsatzes. In: Titel der Zeitschrift/ Zeitung/ des Sammelbandes. Aus dem Internet: vollständige Internetadresse (abgerufen am: Datum des Zugriffs), ggf. Seitenzahlen (so vorhanden).

Besonders bei Texten aus dem Internet ist auf ihre Vertrauenswürdigkeit zu achten! Da das Internet ständigen Veränderungen unterworfen ist, ist das Datum des Zugriffs auf den verwendeten Text zu nennen. Somit ist zumindest klar, zu welchem Zeitpunkt der Text auffindbar war.

Bei fremdsprachigen Texten, die nicht in einer Sprache mit lateinischer Schrift verfaßt sind, gilt folgendes: Name und Vorname des Autors/ Herausgebers werden erst in latinisierter Form, dann in der entsprechenden Landesschrift angegeben. Der Titel des Aufsatzes oder Buches wird erst in lateinischer Umschrift, dann in der entsprechenden Landesschrift angegeben. In eckigen Klammern folgt die Übersetzung des Titels ins Deutsche. Zeitschriftentitel werden nicht mit einer Übersetzung versehen; Verlagsort und Verlag werden nur in lateinischer Umschrift angegeben, die Angaben in der entsprechenden Landesschrift sind nicht notwendig.

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2. Zitate

2.1 Formale Regeln des Zitierens

Zitate müssen genau sein, daher ist zu beachten, beim Zitieren keine inhaltlichen, sinngemäßen oder formalen Veränderungen des Quellentextes vorzunehmen: der vom Autor des Zitats intendierte Sinn darf nicht verfälscht werden; Orthographie, Zeichensetzung und Schriftbild (d.h. Hervorhebungen durch z.B. Kursivdruck) des Zitates müssen ohne Veränderungen übernommen werden (d.h., die Rechtschreibung und Zeichensetzung darf – selbst bei Fehlern im Original – nicht geändert werden); fremdsprachige Zitate sind i.d.R. in der entsprechenden Sprache zu übernehmen; bei einer Sprache, deren Kenntnis man nicht voraussetzen kann, sollte die zu zitierende Textstelle ins Deutsche übersetzt werden.

Wörtliche und sinngemäße Zitate müssen als solche gekennzeichnet werden: direkte Zitate werden durch doppelte Anführungszeichen („ ... “) und eine anschließende Fußnote, in der angegeben wird, woher die zitierte Textstelle stammt, kenntlich gemacht (s. dazu auch Kap. 4);

Zitate in Zitaten werden durch einfache Anführungszeichen gekennzeichnet (‚...’);

direkte Zitate, die länger als zwei Zeilen sind, werden folgendermaßen vom Text abgehoben: der Text wird eingerückt, die Schriftgröße auf 10 pt. herabgesetzt, der Zeilenabstand auf einzeilig gesetzt, An- und Abführungszeichen entfallen, nach dem Zitat wird eine Fußnote gesetzt mit den Angaben zur Herkunft des Zitates; hinter einem indirekten Zitat ist ebenfalls eine Fußnote zu setzen, die Angaben zur Herkunft des Zitates macht; indirekte Zitate werden in der Fußnote durch ein den Angaben voranzustellendes „vgl.“ (= vergleiche) kenntlich gemacht;

Auslassungen und Ergänzungen in Zitaten müssen gekennzeichnet werden, sind aber nur zulässig, wenn dadurch der ursprüngliche Sinn des Zitates nicht verfälscht wird. Ergänzungen des Zitierenden zum Zitat können dann notwendig werden, wenn das Zitat einer Erläuterung bedarf oder dessen Syntax an den eigenen Text angepaßt werden muß.  

Auslassungen:

Auslassungen einzelner Wörter oder längerer Satzteile innerhalb eines Zitates werden durch drei Punkte markiert: … ;

Auslassungen eines oder mehrerer Sätze innerhalb eines Zitates sind durch drei Punkte in runden Klammern zu markieren: (...);  

Ergänzungen:

Erläuterungen werden in eckige Klammern eingefügt und mit den eigenen Initialen versehen: […; X.Y.];  

Anpassungen – entweder ganze Worte oder Buchstaben – werden ohne Zusatz der eigenen Initialen in runden Klammern eingefügt: ( ).  

Hervorhebungen:

eigene Hervorhebungen in einem Zitat, i.d.R. durch Kursivsetzen des Schriftbildes, werden gekennzeichnet, indem man danach in Klammern darauf hinweist und seine Initialen setzt: (Hervorh. X.Y.).

 

2.2 Sekundärzitate

Wird im Text auf eine Quelle rekurriert, die dem Verfasser der Hausarbeit nicht im Original, sondern nur über Sekundärliteratur zugänglich ist, ist folgendermaßen zu zitieren: In einer Fußnote ist erst der eigentliche Urheber des Zitates zu nennen, dann die Literatur, aus der das Zitat übernommen wurde.

 

2.3 Belege

Zitate müssen immer belegt werden, auch bei sinngemäßen, also nicht wörtlichen Zitaten, muß auf die betreffende Quelle oder Literaturstelle verwiesen werden: nach dem Zitat wird eine Fußnote gesetzt, mit den Kurzinformationen des Titels (dem Kurzbeleg), aus dem zitiert wurde: Nachname des Autors (Erscheinungsjahr des zu zitierenden Textes): ggf. Bandzahl, Seitenzahl(en); werden verschiedene Texte des selben Autors aus dem gleichen Jahr verwendet, so können sie durch Hintanstellen der Buchstaben „a“, „b“, „c“, etc. hinter dem Erscheinungsjahr voneinander unterschieden werden (z.B. Levenson 1963a: 72; Levenson 1963b: 56).

erstreckt sich ein Zitat über zwei Seiten, so kann der Seitenzahl für die erste Seite ein „f.“ (= und die folgende) hintangestellt werden;

erstreckt sich ein Zitat über mehrere Seiten, so ist dies folgendermaßen zu kennzeichnen: „Seite, auf der das Zitat beginnt – Seite, auf der das Zitat endet“;

ein indirektes Zitat wird durch ein vorangestelltes „vgl.“ (= vergleiche) gekennzeichnet;

beruft sich ein ganzer Abschnitt der eigenen Arbeit auf der Darlegung eines anderen Autors, so muß nicht jede einzelne Aussage belegt werden. Dies kann durch einen Sammelbeleg, der bei erstmaliger Bezugnahme auf das betreffende Werk in einer Fußnote gemacht wird, geschehen: „Die folgenden Ausführungen beruhen im wesentlichen auf: Nachname des Autors (Erscheinungsjahr): Seitenzahl(en);

 

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3. Funktionen von Fußnoten

Neben Belegen für die verwendete Literatur sollen in den Fußnoten auch noch Anmerkungen Platz finden, die zum Text, aber nicht in den Text gehören. So können in Fußnoten notwendige Erklärungen und Ergänzungen (z.B. Begriffsdefinitionen; Argumente, die den eigenen Ausführungen zuwiderlaufen; Theorien, die nicht berücksichtigt worden sind) angeführt werden, die nicht in den Haupttext aufgenommen werden sollen.

 

 

4. Zum Umgang mit dem Chinesischen

4.1 Transkriptionssysteme

Am gebräuchlichsten ist mittlerweile die Pinyin-Umschrift, doch auch das angelsächsische Transkriptionssystem, Wade/Giles, wird noch verwendet. Daneben gibt es andere, meist ältere Transkriptionssysteme (z.B. Rüdenberg-Stange). Die Pinyin-Umschrift findet heute auch in Forschungsarbeiten international weitere Verbreitung als diejenige nach Wade/Giles. Wichtig für das Verfassen von schriftlichen Arbeiten ist, daß jeweils durchgängig nur ein Transkriptionssystem zur Anwendung kommt. Ausgenommen davon sind natürlich direkte Zitate, hier ist das von dem zu zitierenden Autor verwendete Transkriptionssystem ebenfalls zu übernehmen. Konversionstabellen für die verschiedenen Transkriptionssysteme finden sich u.a. in: DeFrancis, John (Hg.) (1996): ABC Chinese-English Dictionary. Honolulu und Richmond: Curzon Press.

 

4.2 Schriftzeichen

Zusätzlich zur lateinischen Umschrift sollte bei erstmaliger Verwendung eines chinesischen Begriffes dieser nach Möglichkeit auch in Schriftzeichen angegeben werden, wenn es sich nicht um in die deutsche Sprache aufgenommene Begriffe oder allgemein bekannte geographische Bezeichnungen handelt. Bei der Verwendung chinesischer Zeichen sollte darauf geachtet werden, entweder in Lang- oder in Kurzzeichen zu schreiben. Eine Vermischung beider Systeme ist unzulässig. In Proseminararbeiten kann von der Verwendung chinesischer Zeichen abgesehen werden, die Angabe in lateinischer Umschrift ist ausreichend.

 

4.3 Chinesische Namen und Eigenbezeichnungen

Personennamen:

Üblicherweise wird in Ostasien der Familienname vor dem persönlichen Namen genannt, in wissenschaftlichen Arbeiten werden ostasiatische Personennamen daher ebenfalls in dieser Reihenfolge aufgeführt. Die wichtigste Ausnahme hiervon bildet das Zitieren von ostasiatischen Autoren, die in westlichen Sprachen publiziert haben und ihren Namen auf diesen Werken in westlicher Reihenfolge angeben. In diesem Fall ist die auf dem Werk geführte Reihenfolge zu übernehmen. In der Regel erfolgt die Schreibung chinesischer Namen nach den Vorgaben der oben genannten Transkriptionssysteme. Falls die Person jedoch selber einen eigenen Namen in lateinischer Schrift festgelegt hat, so ist dieser zu übernehmen (z.B. Sun Yatsen statt Sun Yixian). Es ist sinnvoll, bei erstmaliger Nennung eines chinesischen Namens diesen auch in Schriftzeichen anzugeben.  

Unternehmens-, Verlags-, Organisations- und Schulnamen:

Jeder einzelne Teil des Namens von Unternehmen, Verlagen, Organisationen und Schulen wird großgeschrieben. Einsilbige Suffixe wie she 社, yuan 院 und bu 部 werden an das vorherige Wort ohne Bindestrich angehängt (z.B. Kongzi Xueyuan; Sichuan Renmin Chubanshe).  

Zeitungen und Zeitschriften:

Namen von Zeitungen und Zeitschriften werden kursiv geschrieben. Das erste Wort wird groß, die folgenden klein geschrieben (z.B. Beijing ribao; Renmin ribao). Eine PDF-Version dieser Seite mit Beispielen finden Sie hier.

 

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