Exkursion der Sinologie nach Dresden 2016

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von Quynh-Mai Nguyen

Insgesamt sind neun Studierende vom 26.05. bis zum 28.05. im Rahmen einer Exkursion unter dem Thema „Chinoiserie“ nach Dresden gefahren. Passend zum Kurs in Erlangen gab es einen Parallelkurs der Technischen Universität Dresden, welcher von Frau Dr. Birgit Häse angeboten wird. Somit konnte eine gemeinsame Exkursion geplant werden.

Japanisches Palais DresdenNach der langen Zugfahrt hat uns Professor Carsten Storm ins Hostel gebracht. Danach gab es eine kleine Stadttour, in der Professor Storm uns nicht nur die chinoisen Themen, sondern auch die Sehenswürdigkeiten Dresdens nahegebracht hat. Unsere erste „chinoise“ Besichtigung war das Japanische Palais. Obwohl wir dieses nur von außen betrachtet haben, konnten wir viele Elemente aus dem Unterricht wiedererkennen. Da das Japanische Palais zu einem naturhistorischen Museum umfunktioniert wurde, war es nur möglich den Innenhof des Palais zu sehen.
Dieses Palais wurde früher genutzt um die Sammlung von chinesischem und japanischem Porzellan zu präsentieren. Es gehörte August dem Starken, der gegen 1715, inspiriert vom Sonnenkönig Ludwig XIV und seinem Porzellanschloss im Park von Versailles, dieses besondere Konzept entwickelt hatte. Es war also schon immer eine Art „Museum“.

Nach der kleinen Führung von Professor Storm ging es zum ersten Zusammentreffen mit der vierköpfigen Dresdner Gruppe in einem alten Anwesen in Dresden. Die Obergärtnerin hat uns herzlich empfangen und mit uns einen kleinen Spaziergang im wunderschönen Garten gemacht. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde gab es auch schon selbst gemachtes Curry. Nachdem alle satt waren, zögerte sich das nette Beisammensein bis in die Nacht. Weinregal Obergärtnerin

 

 

PorzellanmuseumAuf den ersten ereignisreichen Tag, folgte ein vielversprechendes Programm für die Erlanger Studenten. Um eine bessere Atmosphäre zwischen den Dresdner und Erlanger Studenten zu schaffen, wurden diese gemischt und aufgeteilt. Die eine Gruppe wurde von Professor Carsten Storm betreut und die andere schloss sich Frau Dr. Birgit Häse an. Treffpunkt für diesen Tag war der Dresdner Zwinger. Dort startete die erste Gruppe mit der Besichtigung des Porzellanmuseums, während die zweite Gruppe das Depot des Museums genauer unter die Lupe genommen hat. Im Museum selbst haben wir Porzellanvasen, Teekannen, Teller, und vieles mehr angeschaut. Einzelne Kunstwerke aus dem ostasiatischen Raum kann man in der Meißner Porzellansammlung wiedererkennen. Man muss hinzufügen, dass die ostasiatischen Stücke als Vorbild für die deutsche Porzellanherstellung dienten. Bei der Führung im Depot haben wir erstaunlicherweise erfahren, dass die ausgestellten Kostbarkeiten im Museum nur etwa ein Zehntel der gesamten Sammlung ausmachen. Dort hatten wir das unglaubliche Privileg, Originale, sowohl aus der Meißner als auch aus der ostasiatischen Porzellansammlung, anzufassen. Es gab jeweils immer eines aus dem ostasiatischen Raum und zum Vergleich noch ein Gegenstück aus der Meißner Sammlung, die wir intensiv angeschaut und danach auch selber in die Hand genommen haben. Uns wurde dazu erklärt, wie man die Stücke am besten auseinanderhalten kann. Zum Schluss durften wir auch noch einen kleinen Einblick in das Inventarbuch von August dem Starken gewinnen. Dort ließ er alle Porzellanstücke mit Nummer notieren, damit diese nicht verloren gehen konnten.

GruppenbildDaraufhin hieß es „Tea-Time“. Bei Frau Häse durften wir zur Erholung köstlichen chinesischen Tee kosten. Obendrauf gab es noch einen kleinen Crash-Kurs zur fernöstlichen Kunst des Teebrühens. Man muss zum Beispiel beim Aufbrühen je nach Tee Sorte genauestens auf die Temperatur des Wassers achten und vor dem Aufgießen die Teekanne mit heißem Wasser überschütten, um eine gewisse Temperatur der Kanne zu erreichen. Nach der interessanten Erfrischung, ging es gleich weiter mit der nächsten Station, das Kupferstichkabinett.

Tea-time
Als wir dort angekommen sind, wurden wir herzlich begrüßt und haben eine exklusive Führung bekommen. Wir konnten verschiedene Kupferstiche und auch Malereien anschauen. Auch hier gab es Vergleiche zwischen denen der ostasiatischen Originale und der europäischen Nachbildung. Aus den Kunstwerken konnte man eine deutliche Vermischung der beiden Kulturen erkennen. Die Kunstform wurde zwar von Europäern kopiert, aber auch neu aufgegriffen und neu interpretiert. Dieser Vermischung sind wir auch bereits in der Prozellansammlung begegnet. Nach dem langen Tag hatten wir noch ein wenig Zeit für uns selbst, um die Stadt anzuschauen.

 

Schloss Pillnitz

Am letzten Tag führte uns die Exkursion zum Schloss Pillnitz. Man kann dort nur durch das Überqueren der Elbe mit einer Fähre, auf die andere Seite gelangen. Dort befindet sich das prachtvolle Schloss, welches leider nicht mehr zu Lebzeiten von August dem Starken fertig geworden ist. Es besteht aus drei Gebäudeteilen, dem Wasserpalais, dem gegenüberliegenden Bergpalais und dem Neuem Palais. Die bemerkenswerte Architektur des Schlosses macht es so besonders. Die Gebäude zeigen sowohl barocke Elemente, als auch ostasiatische und orientalische. Eine der berühmtesten Chinoiserien ist die Darstellung einer chinesischen Figurengruppe an der Fassade des Bergpalais. Auch die tempelartigen Dächer des Schlosses waren zu der damaligen Zeit sehr besonders. In der Mitte, umschlossen von den Gebäuden befindet sich der Lustgarten. Das Schloss hat auch noch einen eigenen Schlosspark, wo sich der chinesische Pavillon befindet, den wir uns auch noch genauer unter die Lupe genommen haben. Das Besondere im chinesischen Pavillon sind die Wandflächen mit acht chinesischen Landschaftsbildern.
Leider endete hier bereits unsere Reise.