Die Theatergruppe der Sinologie beim Chinese Bridge-Wettbewerb 2016

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von Max Kruse

Die Theatergruppe der Sinologie beim Chinese Bridge-Wettbewerb 2016HEIDELBERG – Am Samstag, den 21. Mai, trat die erst vor wenigen Monaten gegründete Theatergruppe der Erlanger Sinologie im Rahmen des Programms des diesjährigen Chinese Bridge-Wettbewerbs in Heidelberg auf. Für die durch alle Semester bunt durchgewürfelte Gruppe war es erst der dritte Auftritt: Der erste hatte im eigenen Haus an der Weihnachtsfeier der Sinologie stattgefunden, der zweite am Frühlingsfest der chinesischen Studentenvereinigung in Erlangen. Für zwei der Studierenden war es sogar der erste Auftritt, denn aufgrund anderer Verpflichtungen ehemaliger Darsteller mussten Rollen kurzfristig neu besetzt werden. Ungeachtet dieser Schwierigkeiten legte die mutige Truppe eine veritable Leistung vor und konnte mit ihrer Adaption von "Butterfly Lovers", dem chinesischen "Romeo und Julia", das Publikum gewinnen.

Die Theatergruppe der Sinologie beim Chinese Bridge-Wettbewerb 2016Die aufgeführte Version von "Butterfly Lovers" ist ein stark adaptiertes Stück der Originalfassung aus der Jin-Dynastie, dessen roter Faden der Widerstreit von Liebe und Hass, Rache und Hoffnung auf eine glückliche Gemeinschaft ist. Das Stück erzählt von der verbotenen Liebe eines jungen Paares (Liang Shanbo und Zhu Yingtai), die erst nach dem gemeinsamen Tod in Form einer Wiedergeburt als Schmetterlinge erfüllt werden kann. Auf der Bühne wurde versucht, die Handlung in ein Wechselbad aus eigentlicher Brutalität der Situation und äußerlichem Witz zu tauchen, um der Darstellung ein menschliches Gepräge zu verleihen. Die Theatergruppe der Sinologie beim Chinese Bridge-Wettbewerb 2016So lassen die Eltern Zhu Yingtais in ihrer Gier nach Reichtum alle Moral fahren, und ziehen den reichen Schnösel und Playboy Ma Wencai dem natürlichen, naiven und ehrlichen - aber viel ärmeren - Liang Shanbo als zukünftigen Gatten für ihre Tochter vor. In einer Mischung aus echtem Gefühl und ironischer Entzauberung versuchten die Darsteller zwar Tiefe, aber keine übermäßige Schwere zu vermitteln.

Die Studierenden haben sich mit einigem Eifer und Enthusiasmus unter der Anleitung von einer Dozentin aus dem Konfuzius-Institut in ihre Rollen eingearbeitet, um eine überzeugende Darstellung und außerdem sprachliche Sicherheit zu gewähren. Gefördert und ausgerüstet wird die Theatergruppe vom Lehrstuhl für Sinologie und dem Konfuzius-Institut. Die Gruppe wurde im Oktober 2015 auf Anregung der Direktorin des Konfuzius-Instituts Dr. Yan Xu-Lackner gegründet und begann sich seither schnell zu entwickeln.

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